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3.1. Literaturplattformen

Information

Das Internet ist ein effizientes, flexibles Informationsmedium. Es ermöglicht - per Google-Suche - die globale Recherche zu allen erdenklichen Themen. Insbesondere für kleine Sprachgruppen und literarische Szenen bietet das Internet einen effizienten Informationskanal.
link Estonian Institute online
Literarische Angebote sind vielfältig vertreten, in Form von institutionellen Webseiten, lexikalischen Angeboten, online Dienstleistungen.
Zum Beispiel:

Das integrierte Portal

Das unabhängige Literaturportal literaturschweiz.ch eröffnet mehrsprachig die Wege zu den besten Inhalten über die Schweizer Literatur. Eine Mischung aus Volltext- und Katalogsuche soll gewährleisten, dass unnötiger Datenmüll herausgefiltert wird. Umgekehrt werden die aktiv verlinkten Seiten so als inhaltliche wertvolle Seiten ausgezeichnet. literaturschweiz.ch wird zudem umgeben von Modulen, die gut verlinkt oder fest integriert sind und das Angebot des Portals abrunden. Derart soll eine literaturaffine Umgebung im Internet geschaffen werden, die zum Lesen, Schmökern und Diskutieren anregt. Gerade auch die weniger marktgängige Literatur soll hier ihren Platz finden.
link Das Schweizer Literaturportal

Kritische Blicke

Bücher, Stücke, Kunstwerke benötigen Resonanz. Während die traditionellen Medien diesbezüglich eher vermehrte Zurückhaltung an den Tag legen, wandert die Kritik allmählich ins Internet ab. Dabei sind verschiedenste Formen zu beobachten, auch traditionelle: literaturkritische oder theaterkritische Webseiten, die mittlerweile für die Qualität ihrer Urteile bürgt.
Drei Beispiele:
  • Literaturkritik.de - ist ein Rezensionsforum für Literatur und Kulturwissenschaften, das am Institut für Neuere deutsche Literatur der Uni Marburg beheimatet ist.Die neuesten Einträge sind für alle User einsehbar, das Archiv kann gegen eine bescheidene Abogebühr benutzt werden.
  • Nachtkritik.de - ist eine Theaterkritikseite, die ab morgens 9 Uhr die Kritiken über die Premieren des Vorabends aufschaltet.
  • viceversaliteratur.ch - ist eine Webseite, die sich mehrsprachig der Schweizer Literatur widmet, mit Autorenporträts und Buchrezensionen.

Webradio

Das Internet bietet beste Voraussetzungen für ein günstiges Nischenradio, wie zwei ungleiche literarische Beispiele zeigen:
Radio Sheherazade: Autoren und Autorinnen lesen aus ihren Werken und können per Podcast heruntergeladen werden.
Spoken Word Radio: Der Verlag "Der gesunde Menschenversand" gibt Höreindrücke seiner eigenen CD-Produktionen.


Google Books

Kontrovers diskutiert, aber gerne genutzt wird der Service google.books: eine aus Bibliotheken gespiesene immense Sammlung von Büchern, die teils in Volltext nachlesbar und als PDF downloadbar sind.
Im Juni 2010 wurde gemeldet, dass auch die Österreichische Nationalbibliothek rund 400'000 urheberrechtsfreie Bücher von Google digitalisieren lässt. Danach werden rund 120 Mio. Buchseiten online und kostenlos abrufbar sein.

3.2. Distribution im Netz

Das Internet hat sich längst als Distributionsmedium etabliert. Buchhandlungen bieten ihre Bücher online an, nebst ganz auf den Internethandel spezialisierte Unternehmen wie dem Pionier auf diesem Gebiet: amazon.com.
Dieser Anbieter ist mittlerweile zum Prototypen des online Vertriebswegs geworden. Nebst Büchern und eBooks (im eigenen Kindle-Format) weitet das Unternehmen seine Produktepalette laufend aus, mit dem Effekt, dass die klassischen Bücher nach und nach marginalisiert werden.
Weitere Unternehmen drängen auf diesen Markt, auch Google hegt Absichten, mit seinem Google.books Programm ins Verkaufsgeschäft einzusteigen.

Alternative Anbieter

Auch alternative, stärker auf Literatur fokussierte Anbieter bieten ihre Bücher, Reader und Dienste an, vornehmlich im Bereich der eBooks.
  • txtr.com: txtr ist eine Download-Plattform für eBooks mit einer eigenen txtr-Applikation für Pads.
  • textunes.de: Textunes verbindet eBook-Shop, Lesesoftware und Community zu einer idealen User Experience.

Der Verlag der Autoren

Neuartige Plattformen können als eigentliche Autorenpools wirken und Bücher beispielsweise aus der Backlist vergriffener Bücher anbieten. In Frankreich hat der Schriftsteller François Bon einen Verlag dieser neuen Generation initiiert: die Plattform publie.net.
In der Schweiz hat der Verleger Urs Engeler aus der Not eine Tugend gemacht, indem er den kostspieligen Verlag neu als Online-Projekt erfand. Anstatt schöner, aber teurer Bücher bietet er nun "roughbooks" an, in kleinen Auflagen einfach und effizient produziert. Der Verlag ist dabei zugleich Blog und Informationskanal.

link roughbooks bei Urs Engeler Editor
link Publie.net - le contemporain s'écrit numérique
link Literaturverlag 2.0 - in der NZZ

Backlist und vergriffene Bücher

Das Internet eröffnet vor allem für die Suche nach vergriffenen Büchern oder nach seltenen Bibliotheksausgaben ganz neue Möglichkeiten. Wo man sich früher von Buchantiquariat zu Buchantiquariat und von Bibliothek zu Bibliothek suchte, kann heute international gesucht werden.

3.3. Literarische Community

Literarische Communities stellen den Kontakt zwischen Autoren und Lesern her oder sie fördern den diskursiven Austausch über Bücher und Lektüren. Es gibt unterschiedlichste Formen davon, mal niederschwellig, mal anspruchsvoll, mal nonkommerziell Nischen bespielend, mal von grossen Firmen mit kommerziellem Hintergrund initiiert.

Drei eher leicht gewichtige Foren sind:

readme.cc: Kompetenzzentrum und Austauschforum

Readme.cc ist ein Austauschforum über Bücher in Form einer virtuellen Bibliothek. Das Besondere daran: die Teilnehmer fotografieren sich mit ihrem Lieblingsbuch, kommentieren es und begründen damit ein persönliches virtuelles Bücherregal. Derart ist readme.cc kein anonymes Internet-Forum, sondern ein inspirierender Raum für literarische Begegnungen und individuelle Überraschungen.

Im Vordergrund stehen dabei:

  • Die Schnittstelle zwischen virtuell und real
  • Die optimale Mitte zwischen simpel und komplex

Readme.cc ist auch eine umfassende Informationsplattform, die Informationen über Autoren anbietet, News kolportiert und alle relevanten Links öffnet. Auf speziellen Seiten werden zudem internationale Literaturpreise und ihre Preisträger präsentiert, sowie Dokumentationen zu literarischen Themen bereit gestellt.
link readme.cc - Die europäische Plattform für Literatur
link Incentives - neue Literatur aus Österreich
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